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Karneval in KölnDer Ursprung kölnischer Fastnachtsfreuden ist in der römischen Antike der Rheinregion und in den keltisch-germanischen Götterverehrungsfesten begründet. Schon aus dem 12. Jahrhundert, als sich die Stadt die ersten Freiheitsrechte erkämpfte, ist das Wort "Fastabend" bezeugt. Die früheste schriftliche Erwähnung der Fastnacht in Köln ist eine Eintragung im Eidbuch des Stadtrates vom 5. März 1341.Von dieser Beurkundung mittelalterlicher Sinnenlust mit betont christlichen Akzenten spannt sich ein weiter farbenprächtiger Historienbogen über die Fastnacht unter der Trikolore und die romantische Reform des kölschen Fasteleers von 1823 bis hin zum Volkskarneval unserer Tage in seiner ganzen Vielfalt, vereint unter der großen Narrenkappe des "Festkomitees des Kölner Karnevals von 1823 e.V.". Die Entstehung des Festkomitees im Kölner KarnevalAnfang des vorigen Jahrhunderts galt es in Köln den Karneval, den die Franzosen verboten hatten, zu retten. Zwar war es der Stadtverwaltung damals gelungen, das Verbot wieder aufheben zu lassen, dennoch wollte Stimmung nicht mehr so recht aufkommen. Im Herbst 1822 kam ein kleiner Kreis angesehener Kölner Bürger im "Weinhäuschen St. Ursula" zusammen, um den Fasteleer neu zu ordnen und mit neuen Ideen zu beleben. Bürgermeister Heinrich von Wittgenstein wurde zum ersten Sprecher gewählt, ein Reform-Manifest verabschiedet und für Januar 1823 zur ersten General- versammlung des "Festordnenden Comite" geladen. Das war der Anfang. 1825 brachte das "Comite" dann bereits eine eigene Karnevalszeitung heraus, weil es häufig unter der preußischen Pressezensur zu leiden hatte. Fünf Jahre später wurde die Zeitung verboten. Erst Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. war einsichtig genug, dem "Comite" seine alten Rechte zurückzugeben. So war es auch ein preußischer General, der bei einer Generalversammlung im Jahre 1827 die kölnische Faste-lovends mötz (Narrenkappe) aus der Taufe hob, die seither das äußere Zeichen kölscher Jecken ist. 1833 finden statt der "Generalversammlungen" erstmals "Komiteesitzungen" statt, auf denen Elferrat, Bütt, Büttenredner, Vortragskünstler und fastnächtliche Schauspielergruppen auf dem Podium erscheinen. 1844 kommt es zum Eklat. Da zerfällt das "Comite" in zwei Gesellschaften. Die Folge: Zwei Jahre lang gibt es zwei Rosenmontagszüge. Erst 1846 kann man sich wieder auf einen gemeinsamen Zug einigen. Seither und in den nachfolgenden Jahrzehnten kommt es immer wieder zu Spaltungen und Neugründungen, wodurch sich das "Festordnende Komitee" ausschließlich als Dachorganisation aller Kölner Karnevalsgesellschaften fühlt. Hauptaufgabe: Durchführung des Maskenzuges. 1922 wird das "Festkomitee" zur "Interessenvertretung", 1935 schließen sich unter Präsident Thomas Liessem spontan 30 Gesellschaften dem "Festausschuß Kölner Karneval" an, der nun auch systematisch eine Kleiderkammer für den Rosen- montagszug anlegt. Heute befinden sich mehr als 15.000 Kostüme im Fundus. Nach den Kriegswirren konstituiert sich der "Festausschuß" im Januar 1947 neu. Im Januar 1957 sorgt Präsident Liessem schließlich dafür, daß der "Festausschuß" wieder seinen ursprünglichen Namen "Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V." erhält, das inzwischen 56 Mitgliedergesellschaften, fünf hospitierende und 38 fördernde Gesellschaften umfaßt. Die Symbolfiguren des Kölner KarnevalsPrinz KarnevalDer heutige "Prinz Karneval" wurde 1823 von den Reformern als "Held Karneval" in die Kölner Narrenszenerie eingeführt. Sein Gewand war dem des Kaisers nachgebildet, den die Kölner in ihrer Freien Reichsstadt über alles liebten und begeistert feierten, wann immer er Köln besuchte. Der Held sollte nach den Vorstellungen der Reformer "die Erbärmlichkeit des gewöhnlichen Treibens auf Grund seines edlen Charakters" in die gewünschten Bahnen lenken und alle Missstände besiegen. erst nach der Reichsgründung 1871 verwandelte sich der närrische Regent zum Prinzen, d.h. der erste "Prinz Karneval" wurde schließlich 1872 proklamiert. Zu dieser Zeit war das Wort "Held Karneval" nicht ganz passend. Ein "Held" wurde zur Zeit des Heldenkaisers Wilhelm I. assoziiert mit Kriegsgetümmel, Vaterland und Tapferkeit. Die Reformer aber hatten in ihrem Helden eine Gestalt der Freude geschaffen, nicht den Schlachtfeld-Heros. Bauer und JungfrauBauer und Jungfrau sind seit 1883 feststehende Figuren des Kölner Karnevals, die gemeinsam mit dem Prinzen auftreten - aber bis heute getrennt im Rosenmontagszug fahren. In den Jahren nach der Reform des Karnevals waren sie nur dann im Rosenmontagszug dabei, wenn sie sich thematisch einbauen ließen. Erstmals wird der Bauer in einem Reimgedicht 1422 genannt, als eines der "Glieder des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation". Köln vertrat dort neben Regensburg, Konstanz und Salzburg die "Reichsbauernschaft". Später tauchte der "Kölner Bauer" als Schildhalter des Reiches auch des Kölner Wappens in Kupferstichen auf. Als Stadtbewahrer trägt er die Stadtschlüssel, Schwert und Dreschflegel sind Symbole der Wahrhaftigkeit, Reichstreue und Tapferkeit werden ihm nachgesagt. Erstmals taucht der Bauer 1825 im Kölner Rosenmontagszug auf. Seit 1570 wurde dem "Kölner Bauer" die "Kölner Jungfrau" zur Seite gestellt. Warum ist bis heute ungeklärt. Die "Jungfrau" ist aber das Symbol der "freien, unabhängigen und keinem fremden Machtwillen unterworfenen Stadt". Sie taucht bereits 1823 im ersten Rosenmontagszug auf, in römischen Gewändern mit goldener Krone auf einem "milchweißen" Pferd. Bei ihrem Anblick identifizierten sie die Kölner sogleich mit Agrippina, der in Köln geborenen römischen Kaiserin. Seitdem verkörpert die Jungfrau die "Frau im Haus". Erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden Prinz, Bauer und Jungfrau zum närrischen Dreigestirn. Keine leichte Aufgabe: Denn zur Weisheit im Narrenkleid gehört auch der spielerische Umgang mit der Macht auf Zeit. Und wie Regierungsmannschaften unterliegt ein jeckes Trifolium heute nicht minder der "political correctness". Das Anspruchsprofil erwartet den Charme von Dreißig- und die Erfahrung von Sechzigjährigen, Witz auf der Sitzung und Sensibilität beim Besuch kranker Kinder, Volkstümlichkeit im Festzelt und Würde beim Kardinal. Auszug aus der Internet-Präsentation des Festkommitees des Kölner Karnevals |